Chronik


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Christa Kraus

Erste Frau im Flossenbürger Gemeinderat Die Zeit ist reif, das dachten sich wohl einige Männer, als sie im Jahre 1909 beschlossen, den SPD-Ortsverband Flossenbürg zu gründen. Die Akteure der ersten Stunde konnten nicht voraussehen, dass dieser Ortsverband 100 Jahre später, innerhalb der Oberpfälzer SPD, so gut aufgestellt ist. Das Streiten für soziale Gerechtigkeit und humane Lebens- und Arbeitsbedingungen sind heute wie damals zentrale Themen unserer Partei. Zu dem langen und unbeirrbaren Weg, den die Sozialdemokratie in Flossenbürg seit 100 Jahren beschritten hat, gratuliere ich ganz herzlich! „Die Zeit ist reif“, dachte auch ich mir, als ich am 28.12.1985 in den SPD-Ortsverband Flossenbürg eintrat. In jungen Jahren war ich nicht parteipolitisch aktiv, dennoch setzte ich mich schon früh für politische Belange wie Umweltschutz, Abrüstung und soziales Miteinander ein. Meine Erfahrungen in der Arbeitswelt sowie in unserer Gemeinde Flossenbürg haben mir gezeigt, wie wichtig ein soziales Miteinander ist und dass es notwendig ist Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Auch wenn dies nicht immer leicht fällt und man sich auch manchmal durchaus unsicher fühlt. Mit dem Beitritt zur SPD ergaben sich eine Reihe von Mitgestaltungsmöglichkeiten wie z.B. die Gründung der AsF-Flossenbürg. Dies war auch genau die Zeit, in der sich die Gleichstellung der Frauen in der SPD, zum leidenschaftlich diskutierten Thema entwickelte. Im Kommunalwahljahr 1996 war es dann soweit und ich wurde trotz starker Konkurrenz als erste Frau von der Flossenbürger Wählerschaft in den Gemeinderat entsandt. Ein für unsere Gemeinde insofern denkwürdiges Ereignis, da zum ersten Mal eine Frau in das bis dahin von Männern dominierte Gremium einzog. Eine Veränderung an die sich so mancher erst gewöhnen musste. Vorurteile gegenüber Frauen in der Politik sind ja hinlänglich bekannt und machten auch vor den Türen des Flossenbürger Gemeinderates kaum halt. Doch, wie Heide Simonis schon zum Thema „Gleichstellung der Frauen“ bemerkte: „Frau sein allein ist noch kein Argument, es muss auch noch was zwischen den Ohren sitzen", habe ich in vielen Entscheidungsfindungen meine männlichen Gemeinderatskollegen überzeugt. Ich möchte das angeführte Zitat noch mit den Worten ergänzen: „…und mutig sein, dies auch zu zeigen!“. Neben notwendiger Sachkompetenz und politischer Leidenschaft konnte ich meine Gemeinde- ratskollegen auch oft mit einer typisch weiblichen Tugend verblüffen, mehrgleisig verfahren und mehrere Dinge gleichzeitig angehen zu können, ohne das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Nachdem ich nun nicht mehr im Gemeinderat bin, betrachte ich diese zwölfjährige aktive Zeit als Bereicherung und bin dankbar, für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich bereue meine Entscheidung nicht, mich verstärkt für das Wohl unserer Gemeinde eingesetzt zu haben. Vielmehr war es eine Zeit neuer Erfahrungen, persönlichen Reifens und der Gewissheit, unserer Gemeinschaft zu helfen. Natürlich musste ich auch erkennen, dass eine Frau der Mehrfachbelastung von Familie, Beruf und Politik viel mehr ausgesetzt ist wie ein Mann. Trotzdem möchte ich durch meinen politischen Weg andere Frauen ermutigen, sich in die Politik einzumischen um die weiblichen Ressourcen im Bereich der Organisation, Kommunikation und insbesondere im Sozialen aktiv in die Politik einbringen zu können. Meiner Überzeugung nach lässt die aktive politische Mitarbeit der Frauen die Politik und auch unsere Gesellschaft menschlicher werden. Christa Kraus (ehem. Gemeinderätin)

 
 

 

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