Chronik


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AsF Vorsitzende Isabella Meier

100 Jahre Sozialdemokratische Partei in Flossenbürg Vor sage und schreibe 100 Jahren wurde aus der Not und Verzweiflung der Arbeiterschaft die SPD in Flossenbürg gegründet. Es herrschten unwürdige Arbeitsbedingungen zu Löhnen, die keine Familie sättigen konnten und Arbeitszeiten, die keinerlei Freizeit zuließen. In unserem Raum suchten vor allem die Steinmetze und Glasarbeiter in der Politik die Mitsprache und Befreiung aus ihrem desolaten, menschenunwürdigen Dasein. So wurde die SPD in unserem kleinen, damals 800-Einwohner-Dorf, unter Vorsitz von Wilhelm Hösl im Jahr 1909 geboren. Getrieben von der Vision einer glücklichen Gesellschaft wurden ein Konsumverein und ein Arbeiterturnverein gegründet, weil die Deutsche Turnerschaft damals eine Mitgliedschaft von SPD-Mitgliedern nicht gestattete. Gleichzeitig organisierte sich die Arbeiterbewegung auch gewerkschaftlich mit dem Ziel einer besseren und gerechteren Zukunft. Hemmschuh aller sozialen Träume war der erste Weltkrieg. Nach dem Elend und den Wirrungen des Krieges formierte sich die SPD erneut mit Heiner Meier als Vorsitzenden der SPD-Flossenbürg. Die rührigen Streiter gegen Ausbeutung und Unterdrückung mauserten sich bald zur Volkspartei. Die örtlichen Genossen, unter anderem Andreas Grundler, wurden in das Gemeinderatsgremium gewählt. Häufiger Gast in Flossenbürg war die Reichstagsabgeordnete Toni Pfülf, die ihre Abgeordnetendiäten meist an arme Leute verteilte. Im Jahr 1933 endete die kommunale Tätigkeit. Die Sozis wurden von den Sitzungen ausgeschlossen, denn ab dem 22.06.33 war die SPD durch die Naziherrschaft verboten. Angst und Willkür regierten fortan bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Im Mai 1946 wagten die Sozialdemokraten, mit Andreas Grundler an der Spitze, eine Wiederaufnahme der Parteiarbeit im Ort. Zusammen mit den Vertriebenen, die in Flossenbürg eine neue Heimat fanden, blühte der Ortsverein auf. Mit Hans Friedrich hatte der Ortsverein auch ein Mitglied des Landtages in seinen Reihen. Wilhelm Högen war von 1950 bis 1978 Bürgermeister unseres Ortes. In dieser Zeit wurde das Ortsbild und die Entwicklung Flossenbürgs entscheidend geprägt (Turnhalle, Campingplatz, Kläranlage, u.v.m.). Unvergessen bleibt, dass es einzig der Hartnäckigkeit und Unbeugsamkeit aufrichtiger Sozialdemokraten zu verdanken ist, dass Flossenbürg seit 1980 bis heute wieder eine eigenständige Gemeinde ist. Der Gebietsreform und somit dem Zusammenschluss mit der Marktgemeinde Floß wurde erfolgreich getrotzt. Ab 1982 begann mit dem Vorsitzenden Albert Schwägerl eine neue Ära. Der „Motor“ der Partei führte den Ortsverein, wenn auch in der Opposition des Gemeinderates, zu nie da gewesener Größe. Das 75-jährige Jubiläum wurde drei Tage lang mit politischen Größen wie dem Bundestagsfraktionsvorsitzenden Jochen Vogel und der Bundestagsvizepräsidentin Annemarie Renger gefeiert. 1984 wurden die Jungsozialisten (Jusos), mit Hans-Peter Gruber als Gründungsvorsitzenden, ins Leben gerufen. Flossenbürg stellte sich beim Bundesparteitag in Essen als „Lebendiger Ortsverein“ dar. 1986 schließen sich die weiblichen Mitglieder zur Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) zusammen. Gründungsvorsitzende war Isabella Meier. Die Genossen Hans Siegl und Ernst Meier wurden mit der Bundesverdienstmedaille beehrt und Karl Braun erhielt 1987 die Goldene Ehrennadel des Kreisverbandes Neustadt a. d. Waldnaab. Im Rahmen der Festwoche 80 Jahre SPD Flossenbürg erhielten Hermann Krapf und Albert Schwägerl ebenfalls die Goldene Ehrennadel des SPD-Kreisverbandes. Die stellvertretende Landesvorsitzende MdB Renate Schmidt referierte bei vollem Haus im Gasthaus Jahreis. Die Juso-Theatergruppe zeigte ihr Können bei „Holzweg in 13 Stationen“, dies nur um einiges aus der Festwoche zu benennen, die mit insgesamt ca. 1800 Besuchern aufwarten konnte. Im Jahr 1992 übernahm Hans-Peter Gruber den Vorsitz der Flossenbürger SPD und ist bis heute Vorsitzender. 1995, anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung, errichtete die SPD, unter der Leitung Albert Schwägerls, einen Gedenkstein im ehemaligen KZ. Dieser ist „der Stein des Anstoßes“ als sichtbares Zeichen des Erinnerns und Mahnens. Anlässlich des Bundesparteitages in Mannheim erhielt der SPD-Ortsverein Flossenbürg für die Ausstellung zum Wilhelm-Dröscher-Preis den 2. Platz. Diese Auszeichnung erfüllte die Genossen mit Stolz, wurde hiermit doch jahrelange harte Arbeit honoriert. 1996 erreichte die SPD bei den Gemeinderatswahlen einen Achtungserfolg. Ernst Gruber wurde Stimmenkönig als Gemeinderat, Christa Kraus zog als erste Frau in dieses Gremium ein und Hans Kick wurde jüngster Gemeinderat. Franz Gleißner wurde im Jahr 2000 die Kommunale Dankesurkunde überreicht und Albert Schwägerl erhielt ein Jahr später als ersten Nicht-Österreicher die Otto-Bauer-Plakette. Albert Schwägerl wird Ehrenvorsitzender der SPD Flossenbürg. Ludwig Bachmeier, Emil Spielvogel und Hans Siegl werden Ehrenmitglieder. Die Kommunalwahl 2002 führt die SPD aus der Opposition. Hans Kick wird mit nahezu 60 % zum neuen Bürgermeister in Flossenbürg gewählt, die SPD stellt 6 Gemeinderäte. Mit Hans Kick hat unser Ort einen Bürgermeister gefunden, der die Gräben jahrzehntelanger mit harten Bandagen geführte Politik ebnen konnte. Die verschuldete Gemeinde zu führen ist bestimmt kein leichtes Unterfangen, doch unser Gemeindeoberhaupt meistert auch dies bravourös. Im Jahr 2005 empfängt Kick Wolfgang Thierse, anlässlich des 60. Befreiungstages des KZ. Die Gedenkstättenarbeit entwickelt sich hervorragend, auch mit Unterstützung der Gemeinde. Während der laufenden Legislaturperiode scheiden Andreas Strebl und Gerd Rölle aus dem Gemeinderat aus. Beide waren über 30 Jahre Mitglied im Gremium, Rölle davon mehr als 20 Jahre Fraktionssprecher für die SPD. Einen herben Verlust mussten die Genossen mit dem Heimgang Albert Schwägerls verschmerzen. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Otto-Bauer-Plakette und der Georg-von-Vollmar-Medaille. Während seiner Vorstandschaft verdoppelte sich der Mitgliederstand auf beinahe 200 Genossinnen und Genossen. Sein persönlicher politischer Höhepunkt aber war die Abberufung zur Bundesversammlung mit Wahl des Bundespräsidenten. Albert Schwägerl ist unabdingbar mit der Geschichte der SPD Flossenbürg verbunden. Die Kommunalwahlen im Jahr 2008 kürten Hans Kick mit 83,94 % zum Bürgermeister. Ihm gelang auch noch der jahrelang von den Flossenbürgern ersehnte Einzug in den Kreistag. Die Gemeinderäte erreichten 51,33 %. Neuer Fraktionssprecher ist Günther Faltermeier, 2. Bürgermeister wird Ernst Gruber, Gemeinderäte sind Roman Schell, Alexander Högen, Josef Moser und Hans-Peter Gruber. Mit dieser jungen Truppe ist der SPD der Generationswechsel problemlos gelungen. Ich bin stolz, Sozialdemokratin zu sein und wünsche mir nichts mehr als soziale Gerechtigkeit, genügend Lehrstellen und Arbeitsplätze, angemessene Löhne und Menschlichkeit privat und am Arbeitsplatz, denn das ist das Grundrezept für ein glückliches Volk. Meier Isabella für den SPD-Ortsverein Flossenbürg

 
 

 

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