Der SPD wieder eine Vision geben

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Generalsekretärin Natascha Kohnen auf Bayern-Tour an die Basis – In Neustadt 140 Zuhörer
Die SPD hat erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Auch deshalb tourt die neue Generalsekretärin Natascha Kohnen durch den Freistaat und versucht, die Basis zu mobilisieren. Bei der Bundeswahlkreiskonferenz in der Stadthalle am Dienstagabend in Neustadt ist es ihr wohl gelungen.

Insgesamt neun dieser Konferenzen absolviert die 41-jährige Landtagsabgeordnete aus Neubiberg in diesen Tagen. Neustadt war die siebte. Und die Politikerin ist zufrieden. Ob Augsburg, Bamberg oder Würzburg – nirgends seien weniger als 80 bis 100 Genossen gekommen, um den „General“ zu hören. In Neustadt waren es gar 140.
„Ich versuche, möglichst viel kennenzulernen, rumzukommen und mich vorzustellen, natürlich ausgerichtet auf die Bundestagswahl“, sagt Kohnen. Aber das soll es dann nicht gewesen sein. Wenn der Wahlkampf bewältigt ist, will sie sieben Wochen lang alle Bezirke besuchen. Dazu kündigt sie einen Oberpfalz-Tag an.

Lebendiger Unterbezirk
In den Mobilisierungs-Konferenzen geht es der neuen SPD-Landesspitze darum, in einem ersten Schritt auf die Basis zuzugehen. Kohnen will erfahren, was gut läuft oder wo es hakt. Vom Unterbezirk Weiden hat sie einen guten Eindruck gewonnen: „Die SPD ist hier gut aufgestellt, ist lebendig.“ Bei ihrer bisherigen Bayern-Tour hat die 41-jährige Biologin bei den Mitgliedern Defizite im Verständnis einzelner Themen ausgemacht. So müsse man ihnen zum Beispiel Hartz IV genau erklären und auch sagen, dass die SPD in einer Großen Koalition
in Berlin Schwerpunkte gesetzt habe. Kohnen nennt Kündigungsschutz, betriebliche Mitbestimmung oder Kurzarbeitergeld. „Es ist wichtig, dass die SPD mitregiert.“ Aber auch praktische Ansätze wie Mitglieder-Schulungen seien erforderlich.
Große Hoffnungen setzen Kohnen und der neue Landeschef Florian
Pronold in den beim Parteitag vor drei Wochen in Weiden eingeleiteten
Generationswechsel. Die Generalsekretärin bittet aber um Zeit und Geduld: „Das geht nicht von heute auf morgen.“ In diesem Zusammenhang hat sie schon die Kommunalwahlen 2014 im Blick. Prominente Parteifreunde sollten sich um den Nachwuchs kümmern und mithelfen, junge Leute für die SPD zu begeistern. Und da ist sie sich mit der ebenfalls neuen stellvertretenden Landesvorsitzenden
Annette Karl aus Neustadt einig: „Jugendliche muss man heute über Projektarbeit ansprechen.“

Für ethische Diskussion
Nicht gut zu sprechen ist Kohnen auf die CSU, die den Menschen niedrigere Steuern zusage, aber nicht erkläre, wie sie das finanzieren möchte. „Das glaubt ihnen keiner.“ Dieses Wahlversprechen sei unsolide und nicht haltbar. Die CSU wolle brutale Ausgabenkürzungen
im Sozialsystem. „Dann gerät ihr S im Parteinamen ganz schön ins Wackeln.“ Kritik übt sie auch am Umweltminister: „Herr Söder möchte sich einen grünen Anstrich geben, was ihm sichtlich schwer fällt.“ Dabei geht es ihr nicht nur um den Donauausbau oder die Atompolitik. Die zweifache Mutterfordert Markus Söder auf, bei der grünen Gentechnik endlich eine ethische Diskussion zu beginnen. Kohnen lehnt die grüne Gentechnik im Freiland strikt ab. In der lebhaften Aussprache kommt es zu über 30 Wortmeldungen. Zahlreiche Mitglieder fordern, dass die Partei wieder eine Vision brauche. Die Genossen wollen wissen, wo die SPD langfristig hin möchte. Kohnen sieht genau das als ihre Aufgabe als Generalsekretärin. „Ich habe heute eine echte Aufbruchstimmung gespürt. Wir wissen, dass wir es besser können“, verabschiedet sie sich aus der nördlichen Oberpfalz.

Zum Bild: Mit viel Beifall empfingen die Genossen ihre neue Generalsekretärin Natascha Kohnen (vorne, gehend) in der Neustädter
Stadthalle. Dahinter Bundestagskandidat Werner Schieder und die stellvertretende Landesvorsitzende Annette Karl.

aus oberpfalznetz.de

 
 

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